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Online Marketing 05. August 2015

5 Punkte, die gute Apps von großartigen Apps unterscheiden

Auch wenn bei der schieren Vielzahl an Apps in den App Marktplätzen kein Durchkommen mehr möglich zu sein scheint und viele sich der Konkurrenz nicht gewachsen sehen, treten immer wieder Entwickler mit großen Visionen hervor und zeigen, dass es doch noch die eine oder andere Idee gibt an die niemand zuvor gedacht hat. Ob es nun eine Weiterentwicklung oder eine vollkommene Innovation ist, spielt dabei keine übergeordnete Rolle. Es scheint nur, dass ausgewählte Entwickler einen unterschiedlichen Ansatz verfolgen und damit scheinbar große Erfolge erzielen. Dementsprechend werden wir in diesem Beitrag einen genaueren Blick wagen, um herauszufinden welche Punkte wirklich beachtet werden sollten, um aus einer guten App-Idee eine großartige App zu machen.

Die Qualität und Funktionalität muss im Vordergrund stehen

Was auf den ersten Blick banal klingt, wird bei einem Blick in die App-Marktplätze möglicherweise um einiges klarer. Ob eine App zu Erfolg oder Misserfolg führt, kommt oftmals auf das Gesamtkonzept und die Qualität der App selbst an. Viel zu häufig finden sich Apps, die schlichtweg grauenhafte Qualität, in Form von schlechter User Experience, überladener Funktionalität oder allgemeinem Design aufweisen. Dabei werden Applikationen hochgeladen, die gelinde gesagt einfach nicht zu Ende durchdacht wurden und dementsprechend ihren hauptsächlichen Nutzen nach dem Download nicht erfüllen können. Es gilt zu beachten, dass Nutzer eventuell nach dem Herunterladen einer fehlerbehafteten ersten Version kein Interesse mehr haben die zweite Version auch nur auszuprobieren. Vielmehr wird ein negativer Kommentar, samt Bewertung hinterlassen und eine neue App ausprobiert. App Entwickler, die dementsprechend aus reiner Ungeduld oder Naivität unvollendete App-Versionen, die keinem umfangreichen Testing unterzogen wurden, hochladen oder noch schlimmer promoten, sei an dieser Stelle vom vorzeitigen Release abzuraten.

Vielmehr sollte die Entwicklung einer App mit dem Bau einer Festung gleichgestellt werden, wobei eine Festung ohne festes Fundament seinen Zweck keinesfalls erfüllen kann. Entwickler müssen sich stets vor Augen halten, dass Nutzer unter Umständen keine Updates mehr ausführen und schlichtweg die App nach dem Download nutzen wollen. Dementsprechend ist es wichtig, dass die App ab dem ersten Tag stabil läuft und voll funktionsfähig ist.

Die App muss ein praktisches und alltägliches Problem lösen und einen klaren Mehrwert bieten

Der moderne Mensch sucht ständig nach Möglichkeiten alltägliche Problemstellungen zu erleichtern. Mit der steigenden Popularität von Apps, erreicht diese Ansicht ihren Höhepunkt. Sollte eine App also dazu verhelfen den Alltag um einiges einfacher zu gestalten, werden Nutzer diese App hoch frequentiert nutzen und unter Umständen in ihr alltägliches Repertoire mitaufnehmen.

Der Nutzen der App bestimmt den Aufbau (kurzfristige vs. langfristige Nutzung)

Zu Apps mit der Absicht kurzfristig genutzt zu werden, zähle ich Gaming Apps oder praktische Tools, wie MusicID (Erkennen von Songtiteln), die lediglich zu Tage kommen, wenn sich ein spezifisches Problem auftut, oder aber Langeweile aufkommt. Dahingegen sind Apps, die einen langfristigen Nutzen erfüllen Applikationen, wie Wecker-, Kalender-, Mail- oder Notizen-Apps. Dies sind Applikationen, die uns durch unseren gesamten Alltag begleiten und einen regelmäßigen Nutzen erfüllen. Nach diesem Ansatz kann ebenfalls ein Rückschluss auf die User Experience geschlossen werden. Während Applikationen mit einem regelmäßigen Nutzen auch aufwändigere Elemente beinhalten können, sollten Apps, die nur bei einer konkreten Fragestellung zum Einsatz kommen, möglichst einfach und unkompliziert sein. Sollte ich in einer spontanen Situation den Titel eines gehörten Songs herausfinden wollen, sollten mich nur wenige Schritte von meinem Ziel abhalten. Ich möchte die App öffnen, einen Button betätigen und so möglichst effizient auf den Nutzen zugreifen, kein Grund für In-App-Benachrichtigungen, oder die Auswahl mehrerer Features, wenn die App nur einem Zweck dient. Anders bei langfristig genutzten Apps wird hier durch einen höheren Funktionsumfang verpackt in ein simples Design der Nutzen der App erweitert und der Nutzer mit verstärktem Einsatz an die App gebunden.

Der App muss eine großartige Nutzererfahrung und ein durchdachtes Design zugrunde liegen

Hier zählt wie so oft vor allen Dingen der erste Eindruck. Es muss ein klarer Userflow zu erkennen sein und der Nutzer darf nicht durch eine Vielzahl unbekannter Funktionen überfordert werden. Hilfreich kann dabei ein Tutorial sein, welches dem Nutzer kurz und prägnant die wichtigsten Funktionen näherbringt. Ein logischer Aufbau der App-Struktur verbunden mit konsistenten Design-Elementen stellt dabei die Grundlage dar. Auch hier wird oftmals empfohlen etablierte Standards der jeweiligen Design-Guidelines zu beachten, und sich nicht dazu verleiten zu lassen neue Wege zu gehen. Dementsprechend nutzen viele App-Entwickler etablierte Standards, um Zeit und Kosten zu sparen. Jedoch gibt es einige Beispiele an Apps, die durch eine innovative Herangehensweise erfolgreich wurden. Ein großartiges Beispiel für diesen Ansatz ist die App „Clear“. Eine App, die vor einigen Jahren die damals noch innovative Gestensteuerung mit einem einem bereits etablierten Konzept der Erstellung von Notizen auf dem Smartphone verbunden hat. Dies zeigt, dass es auch sehr lohnenswert sein kann alternative Wege zu gehen und Trends zu setzen, statt möglichst sichere Designkonzepte zu verfolgen.

Die App muss den Nutzer reizen und ein Mittel zur möglichen viralen Verbreitung einbauen

Apps müssen heutzutage einfach mehr sein, als kleine praktische Helfer. Sei es durch einen starken Reiz den die App auf den Nutzer auswirkt und ihn immer wieder auf die App zurückgreifen lässt oder durch das Gefühl einer starken Community anzugehören. Entwickler müssen ihre Nutzer stets zufrieden stellen, um eine loyale Nutzerschaft zu erreichen. Apps wie Angry Birds, Zombie Road Trip oder Jetpack Joyride schaffen es bspw. durch ihr Scoring Modell Nutzer derart zu packen und dadurch zu reizen einen immer höheren Score zu erreichen. Im Kontrast stehen dazu Apps, wie Facebook oder Twitter, wo die Nutzerinteraktion im Vordergrund steht, um den Community-Aspekt zu fördern.

Ein Aspekt der ebenfalls oftmals nur sehr oberflächlich betrachtet wird, ist der Aspekt der eingebauten Viralität. Dabei reicht es allerdings längst nicht mehr einfach nur auf soziale Netzwerke zu verweisen, sondern bedarf einer reichhaltigen Überlegung, an welchem Punkt der Interaktion des Nutzers mit der App ein Bedürfnis aufkommt diesen speziellen Moment mit Freunden und Familie zu teilen. Denn oftmals werden Nutzer an Momenten zum Teilen von Ereignissen aufgefordert, die für die Gefolgschaft keinerlei Mehrwert liefern. Das beste Beispiel für die fälschliche strategische Platzierung dieser Funktionalität findet sich in Apps, wie der Asphalt-Serie wieder, eine Rennspiel-Serie, die nach jedem Rennen und jedem Update des eigenen Gefährts nachfragt, ob dieses Ereignis nicht bei Facebook geteilt werden sollte. Eine Vorgehensweise, die nur wenig erfolgsversprechend ist.

Was ist zusammenfassend zu betrachten

Mit der steigenden Quantität an Apps nimmt die Qualität von Apps einen immer höheren Stellenwert ein. Schon lange reicht es nicht mehr, dass Entwickler sich nur ein Problem vornehmen und dieses Lösen, ohne Rücksicht auf die Nutzererfahrung zu nehmen. So kann kein auch kein noch so großartiges Design ein inkonsequentes App-Konzept wettmachen. Ebenso sollte beachtet werden, dass sich die App einem alltäglichen Problem annimmt und der Nutzer mit immer neuen Reizen an das Produkt gebunden wird. Dies verbunden mit einer intelligenten Lösung, um Viralität auszulösen und die Nutzerzufriedenheit der App steigt immens. Denn mit dem immer größer werdenden Wettbewerb wird es immer wichtiger ein stimmiges App-Konzept zu entwickeln, welches dem Nutzer einen echten Mehrwert bietet und nicht nur einige, sondern all diese Punkte in Erwägung zieht.

Quellen:

www.forbes.com/sites/avidlarizadeh/2013/07/19/eight-tips-for-a-successful-app/

http://mobiledevices.about.com/od/mobileappbasics/tp/Essentials-Elements-For-A-Top-Selling-Mobile-App.htm

http://thenextweb.com/mobile/2011/07/16/mobile-apps-a-look-at-what-makes-a-good-app-great/

http://www.entrepreneur.com/article/224013

 

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