ASO-RATGEBER

  • Übersicht über alle App Stores und ihre Anforderungen
  • Apple App Store, Google Play Store, Windows Phone Store & Amazon App-Shop
  • Tipps & Tricks zu Store-spezifischer ASO-Systematik und Vorgehensweise
  • Experten-Input: Analyse und Conversion-Optimierung
  • Workflow: App-Store-Optimierung

Was ist App-Store-Optimierung?

App-Store-Optimierung (ASO) ist ein Prozess der Verbesserung und damit der Erhöhung der Sichtbarkeit einer App in einem App Store (z.B. Google Play Store, Apple App Store, Windows Phone Store oder Amazon App-Shop). Für ausgewählte, thematisch passende und natürlich conversion-versprechende Keywords sollen in den Suchergebnissen der Stores bessere Rankings entstehen. Je besser eine App in den Suchergebnissen eines Stores rankt, desto größer ist ihre Sichtbarkeit. Ziel der ASO ist es, mehr Besucher auf eine App-Seite zu lenken, damit sie dort eine ganz bestimmte Handlung ausführen: nämlich das Downloaden der App!

 

Warum ist App-Store-Optimierung wichtig?

Laut Forrester Research werden 63% der Apps über die Store-Suche entdeckt. Damit ist die App-Store-Suche die am häufigsten genutzte Methode, um neue Apps zu finden und schließlich herunterzuladen. Wer also keine (gute) ASO betreibt, lässt den größten Kanal für Besucherströme ungenutzt.

In welcher Intensität ASO betrieben werden sollte, hängt stark vom Einzelfall ab – grundsätzlich sollte sie aber in jeder App-Marketing-Strategie enthalten sein. 

 

DER ASO-WORKFLOW

Für eine gelungene App-Store-Optimierung sollten mehrere Faktoren abgestimmt ineinander greifen.
Das muss sorgfältig geplant werden, damit ein effektiver Workflow entsteht, der zu nachhaltigen Ergebnissen führt.

Unterschiedliche Ansätze bei der
Optimierung in den verschiedenen Stores

Jeder App Store hat seinen individuellen Algorithmus und damit seine eigenen Vorgaben und Besonderheiten, denen jeweils mit einer speziellen ASO Rechnung zu tragen ist.

Google Play

Google Play ASO

Beim Google Play Store sind Title, Kurzbeschreibung und der Beschreibungstext die essentiellen Hebel der ASO. Ein Keyword-Feld gibt es bei Android nicht, der Title ist mit 30 Zeichen deutlich kürzer und für die Kurzbeschreibung stehen 80 Zeichen zur Verfügung. Der Beschreibungstext bietet 4000 Zeichen Platz für einen gelungenen, optimierten App-Text.

Apple

iOS ASO

Das Entscheidende bei iOS ist ein gut optimiertes Keyword-Set. Dieses besteht aus dem Title und einem Keyword-Feld, wobei für den Title 50 Zeichen und für das Keyword-Feld 100 Zeichen zur Verfügung stehen. Der Beschreibungstext (max. 4000 Zeichen) hingegen hat bei iOS keine unmittelbare Auswirkung auf das Ranking einer App.

Windows

Windows ASO

Der Windows Phone Store stellt für Apps sowohl Title, Keyword-Feld als auch einen Beschreibungstext zur Verfügung. Die ersten 20 Zeichen des Title werden in der Vorschau gezeigt und sind daher besonders wichtig; das Keyword-Feld ist auf 7 Keywords (keine vorgegebene Zeichenanzahl) begrenzt. Für den Beschreibungstext können maximal 5000 Zeichen verwendet werden.

Amazon

Amazon ASO

Der Title einer App sollte im Amazon App-Shop nicht länger als 100 Zeichen sein und bis auf Konjunktionen und andere „kleinere“ Wortarten in Großbuchstaben geschrieben werden. Die Worte im App-Title fungieren als Keywords und sollten den Suchanfragen (Keyword-Recherche) und dem Branding entsprechend gewählt werden.

Usability

Verbessere die Usability Deiner App

Nur eine App, die den Nutzen der User erhöht, wird langfristig erfolgreich sein. Die Stores, ganz besonders der Google Play Store, werten die User-Signale aus. Hohe Interaktionsraten wirken sich positiv auf die Relevanzbewertung und somit auf die Rankings bestimmter Keywords aus. Hohe Deinstallationsraten, schlechte Bewertungen und eine geringe App-Verweildauer sind hingegen Anzeichen für eine unbefriedigende App. Die geringe Relevanzbewertung führt zu Rankingverlusten oder lässt gute Rankings gar nicht erst entstehen.

Als erstes sollte beantwortet werden, welchen Nutzen die App für welche Zielgruppe stiften soll und wie dieses Ziel erreicht werden kann. Auf dieses strategische Ziel sollten das Design, die Navigation und die Kommunikation ausgerichtet werden. Beim App-Design geht es im Hinblick auf die Verbesserung der Usability um weit mehr als nur um einen tollen Look: Interfaces lassen sich auf der Basis einiger design-technischer Grundprinzipien in ihrer Usability erheblich aufbessern. Hier gilt es zunächst einmal, auf die App-Nutzer zu hören: An welchen Stellen in der App sind sie irritiert oder zögerlich in der Navigation? Hier helfen zum Beispiel Analyse-Tools, die via Heat Maps das User-Verhalten abbilden und so Aufschluss über nicht optimierte Sections der App geben.

OnPage-Optimierung

Führe alle OnPage-Verbesserungen durch

Eine gelungene OnPage-Optimierung ist essentiell für bessere Rankings und somit für die Chance auf mehr Downloads. Eine App sollte für ihre einschlägigen und charakteristischen Keywords in den verschiedenen Stores auffindbar sein. Basis hierfür ist eine detaillierte Keyword-Recherche, die bereits auf die jeweiligen Besonderheiten eines jeden App Stores ausgerichtet sein sollte. Die zu der App passenden und conversion-starken Keywords müssen in die store-spezifischen Seitenbereiche, wie Keyword-Feld, Titel, Beschreibung usw. implementiert werden, um die Relevanz für das jeweilige Keyword zu erhöhen. Hierbei gibt es bei den Stores große Unterschiede, die individuell betrachtet und unterschiedlich umgesetzt werden müssen.

So sind zum Beispiel beim Apple App Store die Keywords im Text nicht in erster Linie für die App-Store-Suche wichtig, da über diese keine Relevanzbewertung erfolgt. Dennoch ist es wichtig, die Texte zu optimieren, da die Conversion-Optimierung und die Google Suche (SEO) ebenfalls wichtige Kriterien sind. Beim Google Play Store verhält es sich hingegen anders: Hier muss die ganze OnPage-Energie in die Keyword-Optimierung des Beschreibungstextes einfließen, da es den größten ASO-OnPage-Hebel darstellt. Bei den anderen Stores gibt es wiederum eigene Regeln. Oft wird vernachlässigt, dass die Stores auch Webseiten sind, die von Google indexiert werden. Hier sollte man sich ebenfalls um SEO-relevante Aspekte wie zum Beispiel Duplicate Content Gedanken machen, der durch die Verwendung gleicher Beschreibungen in jedem Store auftreten kann.

Performance-Marketing

Erhöhe die Anzahl und Qualität Deiner Downloads

Die Anzahl und die Qualität der Downloads haben Auswirkungen auf die Rankings einer App. Durch diese Faktoren werden sowohl die Keyword- als auch die Kategorie-Rankings beeinflusst. Je nach Store gibt es hierbei unterschiedliche Mechanismen. Beim Apple App Store steht momentan die Quantität im Vordergrund: je mehr Downloads innerhalb eines kurzen Zeitraums, desto stärker die positive Auswirkung auf die Kategorie-Rankings. Beim Google Play Store ist hingegen die Qualität gefragt.

Installationen, die kein Engagement nach sich ziehen oder, noch schlimmer, sogleich wieder Deinstallationen auslösen, beeinflussen das Ranking negativ. Zudem ist davon auszugehen, dass die Keyword-bezogene Click- und Conversion-Rate ebenfalls in die Relevanzbewertung einfließen. Das Performance Marketing hat einen großen Einfluss auf die ASO. Erfolgsentscheidend ist, den Hebel richtig anzusetzen und die beiden Kanäle – Paid und Organic – bestmöglich aufeinander abzustimmen, um den Organic Uplift und damit den ROI der Paid-Kanäle durch zusätzliche organische Downloads zu erhöhen.

Conversion-Optimierung

Verbessere die Conversion-Rate Deiner Store Landingpage

In erster Linie geht es darum, die Besucher einer Store-Seite in App-Nutzer zu verwandeln. Je höher die Conversion-Rate ist, desto besser wird das Potential der organischen und der akquirierten Besucher ausgeschöpft. Der ROI der Kampagnen wird erhöht und – was für ASO noch wichtiger ist – die Relevanzbewertungen für die Keywords steigen und somit auch die Rankings.

Bei der Conversion-Optimierung geht es darum, die Store-Elemente auf die bestmögliche Klick- und Conversion-Performance auszurichten. Dabei spielen Elemente wie Icons, Screenshots, Screenshot-Reihenfolge, App-Titel, Gliederung des Beschreibungstextes usw. eine Rolle. Diese Elemente können mittels A/B-Testing getestet und bewertet werden. Es lohnt sich!

Weitere externe Faktoren

Zum Beispiel Reviews & Deinstallationen

Wir haben viele externe ASO-Faktoren bereits erwähnt. Dazu zählen Downloads (Qualität/Quantität), Deinstallationen, Engagement, Klick- und Conversion-Raten, Reviews/Ratings usw. Wichtig ist zu beachten, dass jeder Store eigene Faktoren heranzieht oder Faktoren unterschiedlich gewichtet hinsichtlich seiner Ranking-Maßstäbe. All diese Faktoren, bis auf die Downloads, sind schwer durch externe Marketing-Maßnahmen zu beeinflussen. Beeinflussung darf dabei nicht mit Manipulation verwechselt werden! Denn Manipulation ist selten nachhaltig und kann zu Abstrafungen führen. Idealerweise steigt die Anzahl der Reviews mit der Anzahl natürlich gewachsener Downloads an.

Das wissen auch die Store-Algorithmen. Doch auch hier kann man durch In-App-Umfrage-Tools die Anzahl und Qualität von Reviews positiv und auf natürlichem Wege beeinflussen. Ganz wichtig – eine schlechte App wird keine guten Reviews bekommen, keine Backlinks und kein steigendes App-Engagement aufweisen. Deshalb steht die Usability-Verbesserung stets an erster Stelle des ASO-Prozesses. Weitere Store-spezifische „OffPage“-Faktoren und Maßnahmen zu deren natürlicher Beeinflussung behandeln wir im Folgenden.

Audits

Prüfe stets die Ergebnisse Deiner Maßnahmen

ASO-Maßnahmen sollten sich bereits nach kurzer Zeit positiv auf die Anzahl von Rankings auswirken. Die gezielte Verbesserung konkreter Rankings ist hingegen nur schwer zu bewerkstelligen, da die Stores anhand sehr verschiedener Kriterien die Relevanz von Keywords bewerten. Die Optimierung der Relevanzbewertung ist deshalb eher ein mittel- bis langfristiger Prozess.

Wir raten davon ab, die Relevanzbewertung der Stores auf manipulativem Wege zu verbessern, da Manipulationen schnell zu Abstrafungen führen können. Die Ergebnisse der OnPage- wie auch der „externen“ Maßnahmen sind immer retrospektiv zu betrachten. Man analysiert die vorgenommenen Änderungen und ihre Auswirkungen auf die Rankings und justiert anhand der gewonnen Erkenntnisse nach. So bringen zum Beispiel die besten Keywords im Keyword-Feld nichts, wenn diese keine Rankings bekommen. Diese „Blindgänger“ sollten nach einiger Zeit ausgetauscht werden, falls die Relevanz für diese Keywords nicht gesteigert werden kann.

Ebenso sollten die Auswirkungen der Performance-Marketing-Maßnahmen auf die Rankings regelmäßig betrachtet werden, um beim Einsatz der Budgets strategischer vorgehen zu können. Leider sind nicht alle Daten einsehbar, die für eine optimale Analyse wünschenswert wären. Beispielsweise sind die Installationen nicht in direktem Zusammenhang mit Keywords zu sehen. Dadurch unterscheiden sich die realen Möglichkeiten der ASO von dem, was in der Theorie erstrebenswert ist. Die App Stores sind in dieser Hinsicht eine Blackbox, in der die direkten Auswirkungen unserer Maßnahmen nicht immer ersichtlich sind. Um trotzdem so viele relevante Metriken wie möglich in die Analysen mit einzubeziehen und verlässliche Schlüsse ziehen zu können, ist es sinnvoll, auf Tools Dritter zurückzugreifen und damit die nötigen Einsichten zu gewinnen. Tune App Store Analytics bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Schätzwerte für die Installationen auf Keyword-Ebene einzusehen. Die aktuelle Situation fordert von Marketern immer aufs Neue, dass sie mithilfe geeigneter Tools für die richtigen Insights kreative Lösungen finden, die eine stetige Verbesserung der Performance erlauben.