Konzerne planen eigene Datenplattform

Führende deutsche und europäische Unternehmen haben sich darauf verständigt, in enger Kooperation eine gemeinsame branchenübergreifende Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform aufzubauen. Ziel sei es, heißt es in einer Presseinformation des Springer-Verlags vom 8. Mai, die Registrierungsvorgänge für Kunden im Internet zu vereinfachen und sicher zu gestalten. Zu dieser Initiative gehören bislang die Konzerne Allianz, Axel Springer, Daimler, Deutsche Bank mit Postbank sowie der Technologie-Thinktank Core und Here Technologies, ein Entwickler von Kartendiensten unter anderem auch für deutsche Autohersteller. Die Initiative verstehe sich, heißt es weiter, als wettbewerbsfähige europäische Antwort auf die internationale Plattformwirtschaft. Etwas weniger diplomatisch formuliert, bedeutet dies nichts anderes als eine Kampfansage an Google, Facebook, Twitter und Co. Die deutschen Konzerne wollen der Dominanz der US-amerikanischen Datenplattformen endlich etwas Eigenes entgegensetzen.

 

Mehr Komfort und mehr Sicherheit

Kern des neuen Zugangs für Online-Angebote werde ein sogenannter Generalschlüssel sein, den Kunden branchenübergreifend verwenden können, um sich im Internet zu registrieren und zu identifizieren. Sie müssen sich also nur einmal anmelden, um die Dienste aller an der Plattform beteiligten Unternehmen zu nutzen. Die neue Plattform soll dabei mehr Komfort und auch mehr Sicherheit bieten sowie „höchste Standards bei Datensicherheit und Datenschutz gewährleisten“. Sie werde überdies so offen konzipiert, heißt es in der Presseerklärung, dass sie kompatibel sein werde im Hinblick auf bereits laufende Vorhaben des Bundes, der Länder und Kommunen zur Einrichtung von Bürgerportalen und digitalen Behördenzugängen unter dem Stichwort eGovernment.

„Im Austausch mit der Politik“

Anstatt auf vereinzelte Integrationslösungen zu setzen, wollen die beteiligten Konzerne „eine gemeinsame Infrastruktur nutzen“. Die Server der neuen Plattform sollen in Deutschland stehen, nicht in den USA oder in Asien. Weitere Unternehmen aus den Sparten eCommerce, Handel, Luftfahrt und Telekommunikation sollen, so erhoffen es sich die Initiatoren, schon bald als Partner hinzugewonnen werden. Mit der Deutschen Telekom hätten Gespräche über eine Mitarbeit am Projekt bereits begonnen. Auch seien das Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) sowie die European School of Management and Technology (ESMT) eingebunden, um das Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Die Initiative, heißt es in der gemeinsamen Erklärung, sei „im Austausch mit der Politik“ und werde insbesondere vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begrüßt. Falls dieser ambitionierte Anlauf der Konzerne jedoch scheitern sollte, wird sich Europa mit der Dominanz von Google und Co. wohl endgültig abfinden müssen. (Quellen: axelspringer.dehorizont.netmeedia.de)

Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email