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Google möchte mehr Vertrauen & Transparenz bei Marketern schaffen Online Marketing, Performance Marketing 27. Februar 2017

Google möchte mehr Vertrauen & Transparenz bei Marketern schaffen

Google organisiert und liefert Informationen für jedermann, sobald ein User eine Anfrage an die bekannteste Suchmaschine der Welt stellt. Das kalifornische Unternehmen sticht hervor, wenn es darum geht, die zahllosen Suchanfragen der Nutzer in Werbeeinnahmen umzumünzen. Die Fähigkeit des Marktführers, Menschen davon zu überzeugen, dass seine Art der Werbung „State of the Art“ ist, macht Google zum zweitwertvollsten Unternehmen der Welt. Die Werbeindustrie beginnt jedoch an dieser Fähigkeit mehr und mehr zu zweifeln.

Forderung nach mehr Transparenz

Wiederholte Fälle von mangelhaften oder falschen Metriken haben dazu geführt, dass Marketer eine größere Transparenz der digitalen Werbe-Plattformen einfordern. Es muss gewährleistet sein, dass Anzeigen wie geplant ausgespielt werden und dass Nutzer diese auch tatsächlich angezeigt bekommen. Die Tech-Branche hat den Aufschrei der Werbetreibenden vernommen und reagiert nun darauf. Google hat deshalb das unabhängige New Yorker Prüfungsunternehmen „Media Rating Council“ (MRC) engagiert, damit es die Prozesse überprüft, um sicherzustellen, dass Marketer auch das erhalten, wofür sie zahlen. Google arbeitet bereits seit 2006 vertrauensvoll mit MRC zusammen.

Welche Daten werden überprüft?

Google möchte von MRC überprüfen lassen, wie Drittanbieter die Performance-Daten der Werbeanzeigen auf YouTube sammeln. Zudem wird MRC zusätzlich Zugang zu allen Daten von Anzeigen erhalten, die durch die Google-Plattformen AdWords sowie DoubleClick Bid Manager platziert werden, und diese Daten dementsprechend auf Plausibilität prüfen.

Unternehmen wie Google oder Facebook stehen natürlich in der Verantwortung, sobald ein gravierender Messfehler ans Licht der Öffentlichkeit gelangt. Googles härtester Mitstreiter im Werbeanzeigengeschäft hat dies am eigenen Leib erfahren müssen, als das Unternehmen offenbaren musste, dass es in den letzten Monaten fälschlicherweise sämtliche Anzeigen-Metriken „geschönt“ hat. Hier wurden zum Beispiel falsche Daten darüber übermittelt, wie lange die Nutzer Video-Clips angesehen haben, wie viele User die Seiten von Publishern besucht und wie viel Zeit sie damit verbracht haben, deren Artikel zu lesen. Google scheint eine ähnliche, heikle Situation vermeiden zu wollen.

Dass Google sich weiter öffnet, bedeutet nicht, dass das Unternehmen seine Prozesse, wie es derzeit einzelne Metriken misst, in irgendeiner Weise ändern wird. Zudem werden Drittanbieter auch nicht mehr Daten von Google erhalten, als sie tatsächlich benötigen. Der kalifornische Tech-Riese hofft jedoch, dass das MRC-Audit die Werbetreibenden positiv stimmen und sie davon überzeugen wird, dass Googles Prozesse der Datenmessung in keiner Weise irreführend sind. Gleichwohl wird Google sich vermutlich nicht komplett öffnen, und zwar aus der Sorge heraus, den eigenen Wettbewerbsvorteil sonst zu verlieren. So wird die Frage der Werbetreibenden letztlich immer lauten, ob sie Google vertrauen können, ganz abgesehen davon, ob sie es sich überhaupt leisten könnten, ihre Werbung nicht auf Google auszuspielen.

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